Die perkutane Nephrostomie (PCN) ist ein minimalinvasiver Eingriff, der in spezialisierten Kliniken durchgeführt wird. Obwohl der Begriff zunächst abschreckend klingt, ist er dank moderner Techniken sicher und die Nachsorge in den meisten Fällen nur 1–2 Tage lang.
Wenn Sie nicht genau wissen, was eine Nephrostomie ist oder wann sie durchgeführt wird, informieren Sie sich zunächst hier. Einen Überblick bietet die vollständige Pflegeanleitung.
Vorbereitung vor der Operation
- Fasten für 6–8 Stunden vor der Operation.
- Absetzen von Antikoagulanzien (Sintrom, Plavix, NOAKs) nach Rücksprache mit dem Arzt – in der Regel 3–5 Tage vorher.
- Präoperative Untersuchung: Blutbild, biochemische Parameter, Gerinnungsstatus, Urinkultur.
- Prophylaktische Antibiotikagabe 30–60 Minuten vor der Punktion.
- Einholung der schriftlichen Einwilligung nach Aufklärung über Nutzen und Risiken.
Anästhesie
Die häufigste Form ist die Lokalanästhesie im Lendenbereich, oft in Kombination mit einer leichten intravenösen Sedierung. Bei Kindern, unkooperativen Patienten oder in komplexen Fällen wird eine Vollnarkose angewendet.
Bei Lokalanästhesie ist der Patient wach, verspürt aber keine Schmerzen. Die Mitarbeit des Patienten (Atmung auf Anweisung) erleichtert dem interventionellen Radiologen die Durchführung des Eingriffs.
Verfahrensschritte
1. Patientenlagerung
Der Patient wird in Bauchlage oder 30°-Seitenlage positioniert. Die Lendenregion wird freigelegt und mit einem Antiseptikum (üblicherweise Chlorhexidinlösung oder Povidon) desinfiziert.
2. Bildgebende Steuerung
Die optimale Punktionsstelle wird mittels Ultraschall oder Durchleuchtung identifiziert. Ziel ist ein kleineres Nierenbecken (Nierenkelch) am unteren Nierenpol – ein sichererer Zugang mit geringerem Blutungsrisiko.
3. Punktion
Mit einer dünnen Nadel (Chiba-Typ, 18 oder 21 G) punktiert der Arzt die Haut und führt die Nadel unter Bildgebungskontrolle bis zum Nierenbecken vor. Der korrekte Zugang wird durch aus der Nadel austretenden Urin bestätigt.
4. Führungsdraht
Ein dünner Draht (Führungsdraht) wird durch die Nadel eingeführt und im Nierenbecken fixiert. Alle nachfolgenden Instrumente werden darüber gleiten.
5. Dilatation des Punktionskanals
Mit zunehmend größeren Dilatatoren wird der Punktionskanal von der Haut bis zum Becken erweitert, um den endgültigen Katheter einzuführen.
6. Katheterplatzierung
Der Katheter (üblicherweise 8–14 Fr mit spiralförmiger Spitze) wird über den Führungsdraht geschoben. In der korrekten Position formt sich die spiralförmige Spitze im Becken und fixiert den Katheter.
7. Stabilisierung und Anschluss
Der Katheter wird mit einer Naht an der Haut oder mit einem StatLock-Klebesystem fixiert. Er wird an einen ersten Drainagebeutel angeschlossen. Ein Verband und eine transparente, wasserdichte Folie decken die Austrittsstelle ab.
Dauer
Gesamt: 30–60 Minuten bei unkomplizierten Fällen. Komplexere Fälle (adipöse Patienten, nicht vergrößerte Niere, anatomische Variationen) können länger dauern.
Nach der Operation
- 24–48 Stunden stationärer Aufenthalt zur Beobachtung.
- Anfänglich kann der Urin blutig sein – dies ist zu erwarten und klingt innerhalb von 24–72 Stunden ab.
- Leichte Schmerzen im unteren Rückenbereich, die mit gängigen Schmerzmitteln behandelt werden können.
- Ultraschalluntersuchung zum Ausschluss eines Hämatoms.
- Patienten- und Angehörigenaufklärung zur Beutelpflege.
- Entlassung aus dem Krankenhaus bei klarem Urin und bestätigter Vitalstabilität.
Mögliche Risiken
Das Verfahren gilt als sicher, jedoch birgt jeder invasive Eingriff Risiken. Schwere Komplikationen treten in weniger als 2 % der Fälle auf und umfassen: signifikante Blutungen (1–2 %), Verletzungen benachbarter Organe (< 1 %), Pneumothorax bei hohen Punktionen (< 1 %) und Sepsis (in der Regel bei Vorliegen einer Infektion).
Erfolgsraten
Bei vergrößerten Nieren (Hydronephrose) liegt die Erfolgsrate bei über 98 %. Bei nicht vergrößerten Nieren (eine seltenere Indikation) sinkt die Rate auf 90%.
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Quellen: Griechische Gesellschaft für Interventionelle Radiologie, Allgemeines Krankenhaus von Patras, Regierungsanzeiger B' 5395/2025. Informationsartikel, kein Ersatz für ärztliche Beratung.
