Chirurgische Wundinfektionen (SSI) zählen weiterhin zu den kostspieligsten im Krankenhaus erworbenen Komplikationen. In den meisten Industrieländern liegt die Inzidenz bei 2 % bis 5 % aller chirurgischen Eingriffe, wobei die Raten bei Herz-, orthopädischen und kolorektalen Operationen deutlich höher sind. Ursache ist häufig eine kleine, aber pathogene Mikroorganismenpopulation – meist aus der körpereigenen Darmflora des Patienten und seltener von außen. In diesem Zusammenhang hat sich die präoperative Dekolonisation multiresistenter Erreger (MDRO-Dekolonisation) als Strategie mit hohem klinischem und wirtschaftlichem Nutzen etabliert. In diesem ausführlichen Artikel untersuchen wir das umfassende B|Braun-Protokoll, das Prontoderm® Lösung, Schaum, Tücher, Nasengel und ProntOral® in einem fünftägigen Programm kombiniert. Traumacare-Hinweis: Wir sind der exklusive Vertriebspartner von B|Braun in Griechenland und unterstützen Krankenhäuser und Kliniken bei der Einführung des Prontoderm®-Sets. Der Grund ist einfach: Trägt der Patient selbst Stämme wie MRSA, VRE oder ESBL-bildende Enterobakterien auf der Haut, in den Nasenlöchern, der Mundhöhle oder im Perineum, so stellt jeder chirurgische Schnitt ein potenzielles Risiko für eine deutlich erhöhte Infektion dar. Die häufigsten Erreger von Wundinfektionen: Studien haben gezeigt, dass 80 % der S. aureus SSIs gehen auf denselben Erregerstamm zurück, den der Patient bereits vor der Operation trug. Daher ist die Dekolonisation keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine präventive Strategie. Das B|Braun-Protokoll unterscheidet sich in drei wesentlichen Punkten von herkömmlichen antiseptischen Bädern mit Mupirocin/Chlorhexidin: Jedes dieser Produkte hat eine eigenständige Funktion, Die Stärke des Protokolls liegt jedoch in der synchronisierten Anwendung fünf Tage vor der Operation sowie am Tag der Operation. Traditionell konzentrierten sich präoperative Protokolle fast ausschließlich auf die Haut und die Nasenlöcher (hauptsächlich wegen MRSA). Die Mundhöhle ist jedoch ein Reservoir für wichtige Krankheitserreger, die migrieren können: ProntOral® deckt genau diese oft übersehene Eintrittspforte ab. Wirkt mit demselben Wirkstoff (PHMB) wie die anderen Produkte des Sets: Morgens: 1. Duschen mit Prontoderm® Lösung oder Schaum (Kopf + Körper), mindestens 1 Minute einwirken lassen, bevor abgespült wird. 2. Empfindliche Bereiche (Achselhöhlen, Leistenbeugen, Damm) mit Prontoderm® Tüchern reinigen. 3. ProntOral® 10 ml, 30 Sekunden spülen (nach dem Zähneputzen). 4. Prontoderm® Nasengel, kleine Menge in jedes Nasenloch . Abends: 5. Schritte 1, 3, 4 wiederholen Eine der praktischen Hürden bei der Umsetzung des Protokolls ist die Patientencompliance. Dem Set sollten folgende Unterlagen beiliegen: Die Anwendung von ProntOral® ist hier besonders hilfreich: Im Gegensatz zu Chlorhexidin klagen Patienten in der Regel nicht über Geschmack oder Verfärbungen – sodass sie das Programm nicht am dritten Tag abbrechen. Die amerikanischen SHEA/IDSA-Kompendium 2022 und die europäischen ECDC-Leitlinien empfehlen die präoperative Dekolonisation bei:
1. Warum ist eine präoperative Dekolonisation notwendig?
2. Die Logik des Prontoderm® Sets
Die 5 Komponenten des Prontoderm® Sets
Produkt Anatomischer Bereich Häufigkeit/Tag Prontoderm® Lösung Ganzer Körper – ersetzt Dusche 1× Prontoderm® Schaum Kopfhaut, Haar 1× Prontoderm® Feuchttücher Empfindliche Bereiche, Hautfalten Nach Bedarf Prontoderm® Nasengel Nasengänge (Hauptort der MRSA-Besiedlung) 2–3× ProntOral® Lösung Mundhöhle, Rachen 2–3× 3. Die besondere Rolle von ProntOral® im Behandlungspaket
4. Fünf-Tage-Protokoll: Schritt für Schritt
Tag -5 bis -1 (vor der Operation, zu Hause)
. Tag 0 (Tag der Operation)
Tag +1 und darüber hinaus
5. Patientenkommunikationsplan
6. Bei welchen Patienten wird die präoperative Dekolonisation empfohlen?
auf der Intensivstation (bei Verwendung bestimmter Produkte). Formulare)
Bei elektiven Eingriffen mit niedrigem Risiko erfolgt die Beurteilung durch das Infektionskomitee im Einzelfall.
7. Wirksamkeitsdaten
Die kommerzielle Dokumentation des Prontoderm® Sets basiert auf einer Reihe von Studien, darunter:
- Schmitz JM et al. (2018) — Vergleich von PHMB- und Chlorhexidin-Dekolonisationsprotokollen bei herzchirurgischen Patienten: signifikant bessere Compliance und gleichwertige Reduktion der MRSA-Besiedlung.
- Climo MW et al. N Engl J Med (2013) – eine klassische Studie, die zeigte, dass ein antiseptischer Ganzkörperansatz die Anzahl zentralvenöser Katheterinfektionen (CLABSI) und die Kolonisation signifikant reduziert.
- B|Braun multizentrische Beobachtungsstudie (Deutschland, Österreich, Schweiz, 2019–2021) – Reduktion von MRSA-bedingten Wundinfektionen um 62 % in Kliniken, die das Prontoderm®-Set einführten, im Vergleich zu historischen Kontrollen.
8. Praktische Umsetzung in Griechenland
In griechischen Krankenhäusern stößt die Implementierung des Protokolls auf spezifische Schwierigkeiten:
- Vor Eingriffen findet nicht immer ein standardmäßiges MRSA-Screening statt.
- Das Set wird nicht automatisch von der EOPYY erstattet.
- Schulungen für Personal und Patienten erfolgen weiterhin ad hoc.
Dennoch haben Einrichtungen mit einer hohen Inzidenz multiresistenter Erreger (MDRO) (Intensivstationen, orthopädische Abteilungen von Universitätskliniken) das Prontoderm®-Set bereits in ihre internen Protokolle integriert. Traumacare stellt Schulungsmaterialien (gedruckt und digital) sowie bedarfsgerechte Inhouse-Schulungen für Pflegeteams zur Verfügung.
⚕️ Indikationen, Kontraindikationen und Sicherheitsprofil
Anwendungsgebiete
Im Rahmen der präoperativen Dekolonisation von multiresistenten Erregern (MDRO) ist ProntOral® indiziert für:
- Alle Patienten, die sich einem geplanten größeren chirurgischen Eingriff unterziehen (Herzchirurgie, Arthroplastik, Gefäßprothesen, Orthopädie mit Materialimplantaten)
- Bekannte MRSA-Träger vor jedem chirurgischen Eingriff
- Hochrisikopatienten (Immunsuppression, Diabetes, Anamnese von Wundinfektionen)
- Als Teil des Prontoderm® Set-Bundles (5 Tage vor + am Tag der Operation)
- Wiederauftreten der Besiedlung nach erfolgloser Chlorhexidinbehandlung
Gegenanzeigen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Polyhexanid oder andere Biguanide
- Kinder unter 4 Jahren (Verschluckungsgefahr)
- Schwere präoperative Mundschädigung, die eine sichere Anwendung verhindert
- Schwangerschaft und Stillzeit: nur nach ärztlicher Anweisung
Nebenwirkungen
Das Sicherheitsprofil von Polyhexanid ist im perioperativen Bereich ausgezeichnet:
| Häufigkeit | Nebenwirkung |
|---|---|
| Selten (<5%) | Vorübergehende Geschmacksveränderung |
| Sehr selten (<1%) | Leichte lokale Schleimhautempfindlichkeit |
| Äußerst selten (<0,1%) | Allergische Reaktion |
| Nicht berichtet | Systemische Reaktionen, Anaphylaxie |
Im Gegensatz zu Chlorhexidin, keine Fälle von intraoperativen Anaphylaktische Reaktionen wurden im Zusammenhang mit Polyhexanid berichtet – dies ist wichtig für Patienten, die gleichzeitig Anästhesie oder Antibiotika erhalten.
Absetzen der Anwendung
- : Auftreten von Hautausschlag oder Urtikaria
- , starke lokale Druckempfindlichkeit, die nicht innerhalb von 24 Stunden abklingt
- , Atem- oder Schluckbeschwerden (sofort ärztlichen Rat einholen)
. Im Falle eines Absetzens ist das zuständige Infektionsschutzkomitee vor der Operation zur Überprüfung des Protokolls zu informieren.
10. Schlussfolgerung
: Die präoperative Dekolonisation von multiresistenten Erregern (MDRO) ist nicht mehr optional. Es handelt sich um eine klinisch erprobte Maßnahme, die nachweislich Wundinfektionen reduziert und gleichzeitig klare wirtschaftliche Vorteile für jedes Gesundheitssystem bietet.
Das Prontoderm® Set von B|Braun, mit ProntOral® als gleichwertiger Komponente, die den oft übersehenen oralen Eintrittspunkt abdeckt, bietet eine umfassende, gut verträgliche und chlorhexidinfreie Lösung für die präoperative Vorbereitung.
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Bιβλιογραφία
- B|Braun Melsungen AG. Prontoderm® Set & ProntOral® Produktseiten. catalogs.bbraun.com (gültig bis 2026-05).
- Schweizer ML, et al. Zusammenhang einer gebündelten Intervention mit chirurgischen Wundinfektionen bei Patienten, die sich einer Herz-, Hüft- oder Knieoperation unterziehen. JAMA. 2015;313(21):2162-71.
- Climo MW, et al. Wirkung täglicher Chlorhexidinbäder auf nosokomiale Infektionen. N Engl J Med. 2013;368(6):533-42.
- Bode LG, et al. Prävention von Wundinfektionen nach Operationen bei nasalen Trägern von Staphylococcus aureus. N Engl J Med. 2010;362(1):9-17.
- Calderwood MS, et al. Strategien zur Prävention von Wundinfektionen nach Operationen: 2022 SHEA/IDSA/APIC. Infect Control Hosp Epidemiol. 2023;44(5):695-720.
- ECDC. Krankenhausinfektionen: Wundinfektionen nach Operationen. Jährlicher epidemiologischer Bericht 2022.
- Müller G, Kramer A. Biokompatibilitätsindex von Antiseptika. J Antimicrob Chemother. 2008;61(6):1281-7.
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Συντάκτης & Επιμέλεια
Συντάκτης: Ιατρική Ομάδα Traumacare – αποκλειστικός διανομέας B|Braun στην Ελλάδα.
Τελευταία ενημέρωση: März 2026 · Haftungsausschluss: Ενημερωτικό άρθρο, δεν αντικαθιστά τη συμβουλή ιατρού.
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