Verstopfung ist neben Infektionen die häufigste Komplikation einer Nephrostomie. Sie tritt auf, wenn sich Salze, Blutgerinnsel oder Kristallpartikel im Katheter ablagern und den Urinfluss verringern oder vollständig unterbrechen. Schauen wir uns an, warum dies passiert, wie man es erkennt und – am wichtigsten – wie man es verhindern kann.
Wenn Sie nicht wissen, was eine Nephrostomie ist oder wie die allgemeine Pflege aussieht, beginnen Sie damit.
Wie man eine Verstopfung erkennt
- Der Beutel bleibt über 4 Stunden fast leer.
- Urin tritt an der Austrittsstelle aus.
- Schmerzen oder Druck im unteren Rücken auf der Seite des Katheters.
- Schwellung des Bereichs oberhalb der Niere.
- In fortgeschrittenen Fällen: Fieber (bei Vorliegen einer Infektion).
Die 4 Ursachen
1. Inkrustation
Die häufigste Ursache. Kalzium- und Magnesiumsalze bilden Kristalle, die an den Katheterwänden haften bleiben. Patienten mit alkalischem Urin oder einer Vorgeschichte von Nierensteinen sind anfälliger.
2. Blutgerinnsel
Treten häufiger in den ersten Tagen nach der Insertion oder nach Schleimhautverletzungen auf. Sie sind bei Patienten, die Antikoagulanzien einnehmen, hartnäckiger.
3. Bakterieller Biofilm
Bei Vorliegen einer Infektion bilden Bakterien eine Schicht (Biofilm) an der Innenseite des Katheters, die sowohl verstopft als auch resistent gegen Antibiotika ist.
4. Mechanische Abknickung
Seltenere Ursache. Wenn der Schlauch durch mangelhafte Fixierung oder plötzliche Bewegung abknickt, wird der Fluss mechanisch unterbrochen. In der Regel lässt sich dies durch Ausrichtung beheben.
Prävention – die richtige Routine
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 1,5–2 Liter Wasser/Tag. Ein guter Harnfluss ist die beste „Selbstreinigung“.
- Ernährung mit wenig Natrium und verarbeiteten Lebensmitteln.
- Harnwegsinfektionen umgehend behandeln – eine Alkalisierung des Urins fördert die Kristallbildung.
- Sorgfältige Fixierung des Katheters ohne Knicke.
- Regelmäßiger Wechsel alle 8–12 Wochen – nicht verschieben.
- Bei Risikopatienten wöchentliche Spülung durch eine Pflegekraft.
Was tun, wenn dies passiert?
Erste Anweisung: Versuchen Sie nicht, die Verstopfung mit Gewalt zu lösen. Sie könnten den Katheter beschädigen oder eine Beckenruptur verursachen.
- Stellen Sie sicher, dass sich der Beutel unterhalb der Nierenebene befindet (die Schwerkraft unterstützt den Fluss).
- Stellen Sie sicher, dass der Schlauch nicht geknickt oder gefaltet ist.
- Wenn sich die Verstopfung nicht mechanisch beheben lässt: Kontaktieren Sie einen Arzt.
- Zu einem festgelegten Zeitpunkt wird gespült oder der Katheter gewechselt – dies ist üblich und nicht dringend, wenn kein Fieber vorliegt.
- Bei Fieber oder starken Schmerzen: sofort die Notaufnahme aufsuchen.
Spülung – nur für geschultes Personal
Bei geschulten Patienten oder Pflegepersonen kann eine beginnende Verstopfung durch Spülung mit 5–10 ml Kochsalzlösung behoben werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Anleitung „ Spülung des Nephrostomiekatheters“ (Link wird aktualisiert). Wenn Sie nicht geschult sind, versuchen Sie es nicht.
Wann im Notfall ein Wechsel erforderlich ist
Bei anhaltender Verstopfung, die sich durch Spülung nicht beheben lässt, sichtbaren Krusten oder wiederkehrenden Problemen wird der Arzt die Einlage eines neuen Katheters veranlassen – ein Eingriff, der schnell über einen Führungsdraht durch den bestehenden Zugangsweg durchgeführt wird. Eine erneute Punktion ist nicht erforderlich.
Vergleich der Materialien – welcher Katheter ist haltbarer
Nicht alle Produkte sind gleich:
- Katheter aus 100 % Silikon sind resistenter gegen Verkrustungen als solche aus Polyurethan.
- Einige neuere Modelle verfügen über eine Hydrogelbeschichtung, die die mikrobielle Anhaftung reduziert.
- B. Braun Avitum Katheter sind in verschiedenen Größen (8–14 Fr) erhältlich und zeichnen sich durch gute Haltbarkeit aus.
Fragen Sie Ihren Arzt, welchen Typ er empfiehlt und ob sich ein Upgrade auf ein haltbareres Material lohnt.
Zusammenhang zwischen Verstopfung und Infektion
Es handelt sich um ein Kreislaufproblem: Infektion → alkalischer Urin → erhöhter Salzgehalt → Verstopfung. Und umgekehrt: Verstopfung → Harnverhalt → Infektion. Die frühzeitige Erkennung von Infektionssymptomen (Link wird aktualisiert, sobald Artikel Nr. 10 veröffentlicht ist) ist entscheidend für die Unterbrechung dieses Kreislaufs.
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Quellen: Perkutane Nephrostomie-Pflege (Allgemeines Krankenhaus Patras), B. Braun Avitum, Amtsblatt B' 5395/2025. Informativ, ersetzt keine ärztliche Beratung.
