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Soor: Moderne Vorbeugung ohne Chlorhexidin mit Polyhexanid

Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen beim Menschen. Trotz enormer Fortschritte in der Zahnmedizin leiden 9 von 10 Erwachsenen an Karies. Bei Vorschulkindern liegt die Inzidenz in vielen Ländern – darunter auch Griechenland – bei 60–80 %.

In diesem Artikel erfahren Sie, was genau Karies ist, warum sie auftritt, wer ein erhöhtes Risiko hat und wie moderne Präventionsmethoden kombiniert werden – von Fluorid und Zähneputzen bis hin zur Verwendung antimikrobieller Lösungen mit Polyhexanid (wie z. B. ProntOral® von B|Braun), die die Ursache und nicht nur die Symptome bekämpfen.

1. Was ist Karies?

Karies ist eine multifaktorielle Infektionskrankheit, die zu einer fortschreitenden Demineralisierung und Zerstörung von Zahnschmelz und Dentin führt. Sie entsteht nicht einfach so, sondern ist das Ergebnis eines spezifischen biochemischen Prozesses.

Das Viereck der Karies

Für die Entstehung von Karies sind vier Faktoren gleichzeitig erforderlich:

  1. Ein anfälliger Zahn
  2. Pathogene Bakterien (hauptsächlich Streptococcus mutans)
  3. Substrat (Einfachzucker – Glucose, Saccharose, Fructose)
  4. Zeit – wiederholte Ansäuerungsphasen

Wenn einer dieser vier Faktoren fehlt, entsteht keine Karies. Hierin liegt der Schlüssel zur Prävention.

2. Entstehung – biochemischer Mechanismus

  1. Streptococcus mutans haftet über Biofilm (Plaque)
  2. am Zahn. Es produziert das Enzym Glycosyltransferase, das Saccharose in klebrige Glucane umwandelt
  3. . Es verstoffwechselt Glucose und produziert Milchsäure als Nebenprodukt
  4. . Milchsäure senkt den pH-Wert an der Zahnoberfläche unter 5,5
  5. . Bei niedrigem pH-Wert löst sich das Hydroxylapatit des Zahnschmelzes auf → Demineralisierung
  6. . Bei wiederholten Episoden entsteht eine sichtbare Karieshöhle = Zahnkaries

„Stephans Kurve“

Nach jeder zuckerhaltigen Mahlzeit/jedem zuckerhaltigen Snack sinkt der pH-Wert der Zahnoberfläche innerhalb weniger Minuten von normal 7 auf etwa 4,5 und steigt innerhalb von 30–60 Minuten wieder auf 7 an (sofern kein weiterer Zucker aufgenommen wird). Je häufiger man Süßigkeiten isst, desto länger sind die Zähne „gefährdet“.

3. Risikofaktoren

Ernährung

  • Häufigkeit des Süßwarenkonsums > Menge
  • Bonbons, Lutscher, Pastillen – längerer Zuckerkonsum
  • Zuckerhaltige Getränke – insbesondere zwischen den Mahlzeiten
  • Säurehaltige Getränke (Zitronengetränke, Sportgetränke) – doppelt schädlich

Verhalten

  • Unzureichendes Zähneputzen
  • Keine Zahnseide
  • Keine Zahnarztbesuche > 1 Jahr
  • Snack vor dem Schlafengehen ohne Zähneputzen

Normal

  • Mundtrockenheit (Medikamente, Sjögren-Syndrom, Strahlentherapie)
  • Kieferorthopädie – Vergrößerung der Retentionsflächen
  • Genetische Prädisposition in der Schmelzzusammensetzung
  • Postmortale Prädispositionen im Mikrobiom

Spezifische Risikogruppen

  • Kinder (Schmelz noch nicht ausgereift)
  • Ältere Menschen (Wurzelkaries durch Mundtrockenheit)
  • Diabetiker
  • Patienten unter Chemo-/Strahlentherapie (Mukositis + Mundtrockenheit)
  • Schwangere Frauen (saurer pH-Wert durch Erbrechen, hormonelle Veränderungen)

4. Primärprävention – die Grundlage

Mechanische Reinigung

Maßnahme Häufigkeit Hinweis
Zähneputzen 2× täglich × 2 Minuten Weiche oder elektrische Zahnbürste
Zahnseide 1× täglich Vor dem abendlichen Zähneputzen
Interdentalbürsten 1× täglich Bei Patienten mit großen Zahnzwischenräumen
Zungenreinigung durch Schaben 1× täglich Mit einem Zungenschaber

Fluorid

  • Fluoridzahnpasta 1450 ppm (Erwachsene) oder 1000 ppm (Kinder)
  • Nach dem Zähneputzen mit etwas Wasser ausspülen oder gar nicht („ausspucken, nicht ausspülen“)
  • Professionelle Fluoridierung (Lackierung) 2× jährlich bei hohem Risiko

Ernährungsumstellung

  • Reduzierung der Häufigkeit zuckerhaltiger Snacks
  • Ersatz durch Xylit (Kaugummi) – hat eine karieshemmende Wirkung
  • Wasser zwischen den Mahlzeiten statt Säften
  • Keine Zwischenmahlzeiten vor dem Schlafengehen

5. Sekundärprävention – antimikrobieller Ansatz

Zusätzlich zum mechanischen Ansatz zielt bei Patienten mit hohem Risiko die antimikrobielle Therapie direkt auf S. mutans und den Biofilm.

Warum Chlorhexidin keine Langzeitlösung ist

Chlorhexidin 0,12–0,2 % reduziert Streptokokken signifikant, aber:

  • Nicht empfohlen für länger als 14 Tage (Zahnverfärbungen)
  • Nicht mit fluorhaltiger Zahnpasta kombinieren (Neutralisation)
  • Verursacht häufig Geschmacksstörungen

Warum ProntOral® (Polyhexanid) geeignet ist

Das Polyhexanid (PHMB) von ProntOral®:

  • Wirkt gegen S. mutans und andere orale Streptokokken
  • Kann verwendet werden Langzeitanwendung ohne Zahnverfärbungen
  • Wechselwirkt nicht mit Fluorid – ergänzt die Wirkung von Zahnpasta
  • Alkoholfrei – geeignet für Patienten mit Mundtrockenheit
  • Pfefferminzgeschmack – fördert die Compliance

Anwendungsprotokoll zur Kariesprävention

Patientenzustand Dosis Häufigkeit Dauer
Geringes Risiko, tägliche Anwendung 10 ml 1× abends Kontinuierlich
Hohes Risiko 10 ml 2× täglich Kontinuierlich
Karies mit mehreren neu aufgetretenen Zähnen 10 ml 3 Monate, Kontrolle
Kieferorthopädischer Patient 10 ml Unbegrenzte Dauer
Mundtrockenheit 10 ml 2× + Flüssigkeitszufuhr Kontinuierlich
Kinder > 4 Jahre mit hohem Risiko 5 ml 1× abends Unter ärztlicher Aufsicht
Schwangere Frauen 10 ml Auf ärztliche Empfehlung

6. Besondere klinische Situationen

Kinder

Bei Kindern ist Karies an Milchzähnen („Nuckelflaschenkaries“) hauptsächlich auf häufigen Kontakt mit zuckerhaltigen Lebensmitteln zurückzuführen Getränke/Flaschen nachts. Prävention:

  • Keine Flaschen mit zuckerhaltigen Getränken nachts
  • Zähneputzen mit Gaze/Zahnbürste ab 6 Monaten
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche ab dem 1. Lebensjahr
  • Fluoridlack 2×/Jahr
  • Ab 4 Jahren: ProntOral® 5 ml 1× abends bei Risikokindern

Patienten, die sich einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich unterziehen

Strahlung verursacht starken Mundtrockenheit und Strahlenkaries – einen Angriff auf die Zahnwurzel. Prävention:

  • Professionelle Zahnreinigung vor der Strahlentherapie
  • Tägliche Anwendung von Fluoridschienen
  • ProntOral® 4× täglich während der gesamten Behandlung

Bei älteren Menschen

tritt häufig Wurzelkaries aufgrund von vermehrtem Speichelfluss in den Wurzelkanälen infolge von Zahnfleischrückgang auf. Wir empfehlen:

  • Täglich ProntOral® mit einem Schwamm/einer Zahnbürste
  • Zahnpasta mit hohem Fluoridgehalt (5000 ppm)
  • 3-4 Mal pro Jahr zum Zahnarzt

7. Wann sollte man zum Zahnarzt gehen?

  • Systematisch: Professionelle Zahnreinigung 2 Mal pro Jahr
  • Sofort: Bei dunklen Flecken, Empfindlichkeit gegenüber Kälte/Hitze oder einem Kratzen auf der Zunge

8. Was beugt Karies NICHT vor?

  • „Gute Veranlagung“ (genetisch) – beseitigt das Risiko nicht
  • Natürliches Obst Säfte (oft so säurehaltig wie Limonaden)
  • Honig-/Braunzuckerbonbons („natürlich“ – aber genauso karieserregend)
  • Alkoholische Lösungen ohne Fluorid/PHMB
  • Zähneputzen nach einer säurehaltigen Mahlzeit (erodiert bereits weichen Zahnschmelz – 30 Minuten warten)

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Herausgeber & Redakteur

Herausgeber: Traumacare Medical Group – Exklusivvertriebspartner von B|Braun in Griechenland.

Letzte Aktualisierung: Mai 2026 Haftungsausschluss: Dieser informative Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.


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