Die Nephrostomie ist keine Erstlinientherapie, sondern eine Lösung, wenn die normale Harnfunktion gestört ist. Im Folgenden werden die Hauptindikationen und die Vorgehensweise des Urologen oder interventionellen Radiologen bei der Beurteilung jedes einzelnen Falls dargestellt.
Allgemeine Informationen zur Nephrostomie finden Sie im vollständigen Pflegeleitfaden.
1. Harnleiter- oder Nierenbeckensteine
Ein großer Stein (in der Regel > 10 mm), der im Harnleiter festsitzt, kann zu einem kompletten Verschluss und einer Hydronephrose führen. Bei Fieber oder Sepsis wird die Nephrostomie umgehend durchgeführt – sie geht jeder anderen Intervention zur Steinentfernung voraus.
2. Tumoren, die den Harnleiter komprimieren
Harnleiter-, Blasen-, Prostata- oder gynäkologische Tumoren (insbesondere fortgeschrittener Gebärmutterhalskrebs) können den Harnleiter von außen komprimieren. Eine Nephrostomie sichert die Nierenfunktion während der onkologischen Behandlung.
3. Harnleiterverletzung
Bei gynäkologischen, orthopädischen oder vaskulären Eingriffen besteht ein seltenes, aber reales Risiko einer versehentlichen Harnleiterinzision oder -ligatur. Eine Nephrostomie dekomprimiert die Niere bis zur definitiven Reparatur.
4. Akute obstruktive Pyelonephritis mit Sepsis
Dies ist möglicherweise die dringlichste Indikation. Bei einer Infektion einer obstruierten Niere entwickelt sich rasch eine Sepsis – ein lebensbedrohlicher Zustand. Innerhalb weniger Stunden wird eine Nephrostomie angelegt, und die Drainage von eitrigem Urin bestätigt die Diagnose.
5. Ureterstenose
Stenosen entwickeln sich postoperativ (z. B. nach Stentimplantation) oder nach Strahlentherapie. Wenn sie nicht endoskopisch behandelt werden, ist die permanente Nephrostomie eine Erhaltungsoption.
6. Unmöglichkeit der Harnleiterschienung
Ist die Einlage eines Doppel-J-Stents technisch unmöglich (z. B. aufgrund einer nicht durchdringbaren kompletten Obstruktion), bietet die Nephrostomie eine Lösung von der „oberen“ Seite. Siehe detaillierten Vergleich: Nephrostomie oder Harnleiterschienung? (wird nach Veröffentlichung von Artikel Nr. 4 aktiviert).
7. Diagnostische und therapeutische Notwendigkeiten
In einigen Fällen wird eine Nephrostomie zu diagnostischen Zwecken (antienzephalische Pyelographie) oder als Zugangsweg für die Verabreichung von Medikamenten oder Spülungen (z. B. bei Infektionen oder Blutungen) angelegt.
Wie der Arzt entscheidet
Die Entscheidung hängt in jedem Fall von Folgendem ab:
- Schweregrad und Ausmaß der Obstruktion
- Vorliegen oder Fehlen einer Infektion
- Voraussichtliche Dauer der Notwendigkeit einer Drainage
- Wunsch des Patienten
- Verfügbarkeit der technischen Infrastruktur (interventionelles Radiologielabor)
In spezialisierten Zentren gewährleistet die Zusammenarbeit eines Urologen und eines interventionellen Radiologen die optimale Wahl. In einigen Fällen kann der Arzt zunächst eine Nephrostomie (Notfallmaßnahme) durchführen und später auf einen Ureterstent oder eine dauerhaftere Lösung umsteigen.
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Quellen: Amtsblatt B' 5395/09-10-2025, Griechische Gesellschaft für Interventionelle Radiologie. Informationsartikel, kein Ersatz für ärztliche Beratung.
