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Feuchtigkeit in der Wunde: Wie das Gleichgewicht der Wundsekrete die Heilung beeinflusst

Nach der Beurteilung des Gewebes (T) und der Entzündungs-/Mikrobenlast (I) ist einer der wichtigsten Aspekte der Wund- und Ulkusversorgung die Feuchtigkeitsbalance.

Im Kontext der TIME bezieht sich M (Feuchtigkeit) auf das Exsudatmanagement und die Aufrechterhaltung eines heilungsfördernden Milieus, ohne die Wunde oder die umgebende Haut zu belasten.

Was bedeutet „Feuchtigkeitsbalance“ in einer Wunde?

Die Heilung wird in der Regel begünstigt, wenn die Wunde eine angemessene Feuchtigkeit aufweist. Die „richtige Feuchtigkeit“ ist jedoch nicht für alle Wunden gleich und hängt von folgenden Faktoren ab:

  • der Exsudatmenge,
  • der Heilungsphase,
  • dem Zustand des Gewebes
  • und dem gesamten klinischen Bild.

Wenn „zu viel Feuchtigkeit“ vorhanden ist: Warum das problematisch ist

Vermehrtes Exsudat kann zu Problemen führen, insbesondere wenn der Verband schnell gesättigt ist oder Flüssigkeit in die umgebende Haut „ausläuft“.

In diesen Fällen können folgende Komplikationen auftreten:

  • Mazeration der umgebenden Haut,
  • Reizung/Überempfindlichkeit und Beschwerden,
  • erhöhtes Komplikationsrisiko,
  • Schwierigkeiten bei der konsequenten Pflege (häufige Verbandswechsel, mangelnde Compliance).

Was kann bei „zu geringer Feuchtigkeit“ passieren?

Andererseits kann eine zu trockene Wunde Schwierigkeiten beim normalen Heilungsprozess haben. Folgendes kann auftreten:

  • Ziehen oder Schmerzen,
  • Krustenbildung, die das Fortschreiten erschwert,
  • verzögerte Epithelisierung.

Wie beurteilen wir Exsudate?

Die Feuchtigkeitsmenge ist nicht der einzige entscheidende Faktor. Das Sekretionsmuster sollte ebenfalls überwacht werden, einschließlich:

  • Menge (gering/mittel/reichlich),
  • Konsistenz (dünn/dick),
  • Farbe,
  • Geruch,
  • und Veränderungen von Tag zu Tag.

Eine plötzliche Veränderung (z. B. plötzliche Zunahme, neuer Geruch oder Farbveränderung) ist ein Grund für eine erneute Beurteilung.

Wundschutz

Der Schutz der Haut um die Wunde herum ist genauso wichtig wie die Wundversorgung selbst. Ziel ist es, den Hautkontakt mit Exsudat zu reduzieren und Irritationen zu vermeiden.

In der internationalen Praxis wird dies üblicherweise erreicht durch:

  • die korrekte Wahl von Größe und Art des Verbandes,
  • einen guten Sitz, um ein Auslaufen zu verhindern,
  • und gegebenenfalls einen angemessenen Schutz des Wundrandbereichs.

Indikative Kategorien von Lösungen im Stadium M

Die folgenden Referenzen sind informativ. Die Wahl erfolgt stets abhängig vom Erscheinungsbild der Wunde und in Absprache mit einer medizinischen Fachkraft.

  • Absorptionsverbände bei vermehrter Sekretion (z. B. Schaum, Alginat, Superabsorber), wenn eine bessere Feuchtigkeitskontrolle erforderlich ist.
  • Hydrogele/Gele wenn ein ausgeglicheneres Wundmilieu benötigt wird, insbesondere wenn geeignete Bedingungen in der Wunde aufrechterhalten werden müssen.

Häufig im Zusammenhang mit Feuchtigkeitsmanagement erwähnte Produkte

Die folgenden Produkte sind beispielhaft und ihre Anwendung erfolgt gemäß der Gebrauchsanweisung und den Empfehlungen eines medizinischen Fachpersonals.

  • Prontosan® Wundgel X
    Kann die Aufrechterhaltung geeigneter Wundbedingungen im Rahmen der modernen Pflege unterstützen.
  • Prontosan® Wundspüllösung
    Wird bei Bedarf zur Wundreinigung im Rahmen der Pflege angewendet.

Hinweis: Die Produktinformationen dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche oder pflegerische Beratung.

Wann ist eine erneute Beurteilung erforderlich?

Eine erneute Beurteilung ist wichtig, wenn:

  • der Wundausfluss stark zunimmt oder sich seine Eigenschaften verändern,
  • es zu Wundsekretion und Reizungen im Wundbereich kommt,
  • die Schmerzen zunehmen,
  • oder die Heilung stagniert.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Artikel dieser Reihe wird E (Wundrand) behandelt – also warum die Wundränder und die Epithelisierung eine entscheidende Rolle für den Abschluss der Heilung spielen.

Medizinischer Hinweis:

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und basiert auf international anerkannten Verfahren der Traumabehandlung. Er ersetzt keine ärztliche oder pflegerische Beurteilung.

Bearbeitet vom: Traumabehandlungsteam

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