Eine Stomaoperation ist nicht nur ein chirurgisches Ereignis. Sie ist auch eine Veränderung im Verhältnis zum eigenen Körper, und die beginnt, bevor Sie den Operationssaal betreten. Sich auf diesen Teil vorzubereiten ist kein Luxus – es beeinflusst, wie schnell und wie reibungslos Sie sich danach anpassen.
Was immer Sie gerade fühlen, ist zu erwarten
Angst, Wut, Trauer, Scham, sogar Erleichterung – oft alles am selben Tag. Viele Patientinnen und Patienten beschreiben eine Art Trauer um den Körper, den sie vorher hatten. Das ist kein Zeichen von Schwäche und kein Mangel an Mut; es ist eine normale Reaktion auf einen echten Verlust.
Dasselbe gilt für Ihre Angehörigen. Ihr Partner oder Ihre Kinder reagieren vielleicht mit Schweigen, Überfürsorglichkeit oder Verlegenheit. Meist ist das keine Ablehnung – es ist ihre eigene Angst, die sie nicht in Worte fassen können.
Drei Ängste, die fast immer zur Sprache kommen
Sieht man es?
Moderne Beutel sind flach, geräuschlos und mit Filter. Unter der Kleidung sind sie nicht zu erkennen. Die Angst ist verständlich, doch die Praxis widerlegt sie fast immer.
Riecht es?
Der Beutel ist dicht. Geruch entsteht nur im Moment des Entleerens, und genau dafür gibt es Deodorants und Aktivkohlefilter.
Wird mein Partner mich noch wollen?
Es ist die Frage, die am seltensten gestellt wird und am meisten beschäftigt. Das Sexualleben mit einem Stoma geht weiter. Es braucht Zeit, Gespräche und ein paar praktische Anpassungen – keinen Verzicht.
Was Sie vor der Operation tun können
- Bitten Sie um eine präoperative Markierung der Stomaposition durch eine Stomatherapeutin. Sie erfolgt im Stehen, im Sitzen und vornübergebeugt, damit das Stoma nicht in einer Hautfalte, am Hosenbund oder auf einer Narbe liegt. Das ist der am meisten unterschätzte Schritt des gesamten Ablaufs und er beeinflusst unmittelbar, wie viele Undichtigkeiten Sie später haben.
- Schreiben Sie Ihre Fragen auf. In der Sprechstunde vergisst man sie.
- Bitten Sie darum, die Materialien zu sehen und anzufassen, bevor Sie operiert werden. Das Unbekannte macht mehr Angst als das Bekannte.
- Sprechen Sie mit jemandem, der mit einem Stoma lebt. Zehn Minuten mit einer betroffenen Person sind so viel wert wie eine Stunde Aufklärung.
- Organisieren Sie das Praktische – wer Sie nach Hause bringt, welche Materialien dort bereitliegen, wie das erste Rezept zustande kommt.
Was nicht hilft
Endlose Foren-Recherchen um drei Uhr nachts, aus dem Zusammenhang gerissene Fotos von Komplikationen und der Versuch, niemandem zur Last zu fallen. Isolation ist der einzige Faktor, der die Dinge durchgehend schlimmer macht.
Wann professionelle psychologische Unterstützung nötig ist
Holen Sie sich Hilfe – und das ist nicht übertrieben –, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Anhaltende Schlaflosigkeit oder völliger Appetitverlust
- Ein dauerhaftes Gefühl von Hoffnungslosigkeit, das über die Tage nicht nachlässt
- Vollständiges Vermeiden jeglichen sozialen Kontakts
- Gedanken, dass es sich nicht lohnt weiterzumachen
Wenn Sie solche Gedanken haben, sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Person Ihres Vertrauens, oder wenden Sie sich an den psychiatrischen Krisendienst in Ihrer Nähe.
Das Nützlichste, was Betroffene gesagt haben
Dass die Schwierigkeit nicht verschwindet – aber aufhört, der Mittelpunkt des Tages zu sein. In den ersten Monaten beschäftigt das Stoma ununterbrochen. Später wird es zu einer Zehn-Minuten-Routine, wie Zähneputzen.
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Wenn Sie besprechen möchten, was Sie nach der Operation praktisch brauchen, oder die Materialien vorher aus der Nähe sehen wollen, sprechen Sie uns an.
Quellen
Die Empfehlungen zur präoperativen Stomamarkierung, zur Aufklärung vor der Operation und die Beobachtungen zur Lebensqualität stützen sich auf die folgenden veröffentlichten Quellen:
- Davis BR, Valente MA, Goldberg JE, Lightner AL, Feingold DL, Paquette IM. The American Society of Colon and Rectal Surgeons Clinical Practice Guidelines for Ostomy Surgery. Dis Colon Rectum. 2022;65(10):1173-1190.
- Person B, Ifargan R, Lachter J, Duek SD, Kluger Y, Assalia A. The Impact of Preoperative Stoma Site Marking on the Incidence of Complications, Quality of Life, and Patient's Independence. Dis Colon Rectum. 2012;55(7):783-787.
- Vonk-Klaassen SM, de Vocht HM, den Ouden MEM, Eddes EH, Schuurmans MJ. Ostomy-related problems and their impact on quality of life of colorectal cancer ostomates: a systematic review. Qual Life Res. 2016;25(1):125-133.
- Colwell JC, Bain KA, Hansen AS, Droste W, Vendelbo G, James-Reid S. International Consensus Results: Development of Practice Guidelines for Assessment of Peristomal Body and Stoma Profiles, Patient Engagement, and Patient Follow-up. J Wound Ostomy Continence Nurs. 2019;46(6):497-504.
Inhalt zuletzt aktualisiert: August 2026.
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