Selbst bei regelmäßiger Wundreinigung und -kontrolle kann die Heilung verzögert sein. Einer der häufigsten Gründe ist der Zustand des Gewebes innerhalb der Wunde.
In der modernen Wundversorgung ist die Gewebebeurteilung der erste Schritt im TIME-Konzept, da nicht lebensfähiges oder belastetes Gewebe jeden Heilungsversuch behindern kann. Was versteht man unter „Wundgewebe“?
Wundgewebe bezeichnet das Material, das den Wundgrund bedeckt.
Je nach Erscheinungsbild kann es sich um Folgendes handeln:
- gesundes und granuliertes ,
- nekrotisches ,
- fibröses oder gestautes ,
- oder eine Kombination der oben genannten.
Das Vorhandensein von nicht-vitalem Gewebe erschwert die Heilung und erhöht das Komplikationsrisiko.
Wann wird Gewebe zum Heilungshindernis?
Gewebe kann die Heilung behindern, wenn:
- es das Wundbett bedeckt und die Regeneration verhindert,
- es Mikroorganismen und entzündungsfördernde Faktoren zurückhält,
- es eine effektive Versorgung erschwert,
- es mit verstärkter Entzündung oder einem unausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt einhergeht.
In diesen Fällen können selbst geeignet ausgewählte Materialien wirkungslos bleiben, wenn das belastete Gewebe nicht zuerst behandelt wird.
Die Bedeutung der Entfernung von nicht-vitalem Gewebe
Gemäß internationalen Wundversorgungsstandards ist die Entfernung von nicht-vitalem Gewebe ein wichtiger Schritt, um:
- schädigende Faktoren zu reduzieren,
- das Erscheinungsbild der Wunde zu verbessern und
- heilungsfördernde Bedingungen zu schaffen.
Dieser Prozess ist nicht bei allen Wunden gleich und sollte immer unter Anleitung einer medizinischen Fachkraft durchgeführt werden.
Die Rolle der richtigen Pflege im Gewebestadium
In diesem Stadium konzentriert sich die Pflege auf:
- eine schonende und gründliche Reinigung,
- die Unterstützung der Entfernung von belastetem Gewebe (falls erforderlich)
- und die Schaffung geeigneter Bedingungen in der Wunde.
Die Auswahl der Materialien erfolgt abhängig vom Erscheinungsbild und den Bedürfnissen der Wunde und nicht nach allgemeinen Regeln.
Indikative Produkte für die Gewebevorbereitung
Die folgenden Produkte sind als Indikation angegeben und ihre Auswahl erfolgt stets in Absprache mit einer medizinischen Fachkraft.
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Prontosan® Wundspüllösung
Unterstützt die Wundreinigung und die Entfernung von reizenden Faktoren im Rahmen der Gewebevorbereitung und -versorgung.
Hinweis: Die Anwendung der Produkte erfolgt gemäß der Gebrauchsanweisung und den klinischen Leitlinien. Die obigen Angaben stellen kein therapeutisches Versprechen dar.
Wann ist eine erneute Beurteilung erforderlich?
Das Erscheinungsbild des Gewebes kann sich verändern. Eine erneute Beurteilung ist erforderlich, wenn:
- sich das Erscheinungsbild der Wunde verschlechtert,
- vermehrt Wundsekret austritt,
- sich Farbe oder Geruch verändert,
- oder es ohne ersichtlichen Grund zu einer Verzögerung kommt.
In diesen Fällen ist die Beratung durch eine medizinische Fachkraft notwendig.
Wie das Gewebestadium mit den nächsten Schritten verknüpft ist
Angemessenes Gewebemanagement:
- reduziert das Entzündungsrisiko,
- erleichtert die Feuchtigkeitsregulierung,
- und bereitet die Wunde auf die nächsten Phasen des TIME-Konzepts vor
Wie geht es weiter?
Der nächste Artikel dieser Reihe analysiert Entzündung und mikrobielle Belastung (I – Infektion/Entzündung) und deren direkten Einfluss auf den Heilungsprozess.
Dieser Artikel basiert auf international anerkannten Verfahren der Traumabehandlung und dient ausschließlich Informationszwecken. Er ersetzt keine ärztliche oder pflegerische Beurteilung.
Bearbeitet vom: Traumabehandlungsteam
