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Geruch und Gase nach Kolostomie: 8 praktische Lösungen, die funktionieren

„Ich habe Angst, dass ich in der Öffentlichkeit rieche …“

Dies ist vielleicht die psychisch belastendste Problematik nach einer Kolostomie. Laut einer systematischen Übersichtsarbeit von Vonk-Klaassen et al. (2016) [1] werden Geruch und Blähungen von Kolostomiepatienten als das häufigste psychosoziale Problem angegeben – sogar noch vor Undichtigkeiten. Viele meiden aus Angst soziale Veranstaltungen, Arbeit und sexuelle Beziehungen.

Die gute Nachricht: Es gibt konkrete Lösungen. In diesem Ratgeber analysieren wir 8 praktische Maßnahmen, die funktionieren – vom B. Braun Flexima Aktivkohlefilter bis hin zu Ernährungsumstellungen.

💡 Wichtig: Der richtige Beutel mit Aktivkohlefilter löst 80 % des Problems. Wenn Ihr Beutel keinen Filter hat, ist der Wechsel zu Flexima eine sofortige Verbesserung – und wird zu 100 % von EOPYY übernommen.

Warum entsteht dieser Geruch?

Der Geruch in Kolostomiebeuteln entsteht durch:

  • Flüchtige organische Verbindungen (VOCs) – Indol, Skatol, Schwefelwasserstoff, Methylmercaptan [2]
  • Bakterielle Fermentation im Dickdarm – die Darmflora produziert Gase beim Abbau von Nahrung
  • Stuhlansammlung im Beutel – je länger er verbleibt, desto intensiver der Geruch
  • Minderwertiger Kunststoff – billige Tüten lassen den Geruch durchdringen das Material

Blähungen entstehen durch:

  • Luftschlucken beim Kauen/Trinken (Aerophagie)
  • Bakterielle Fermentation unverdaulicher Kohlenhydrate (FODMAPs)
  • Kohlensäurehaltige Getränke

🎯 Die 8 praktischen Lösungen

1. Aktivkohlefilter (Standard bei Flexima)

Der Aktivkohlefilter ist die technologische Lösung Nr. 1 . Es funktioniert wie folgt:

  • Lässt Gase aus dem Beutel entweichen – verhindert Aufblähen
  • Aktivkohle absorbiert flüchtige Geruchsstoffe, bevor diese in die Luft gelangen
  • Hält den Beutel in sozialen Situationen diskret

Alle B Braun Flexima Colo Beutel (Active, Flat, 3S, Convex, Flat Drainable) verfügen STANDARD über einen eingebauten Aktivkohlefilter – nicht als Zusatzausstattung. Wenn Ihr aktueller Beutel keinen Filter hat, ist dies die wirksamste Verbesserung, die Sie heute noch vornehmen können [3] .

2. Leeren/wechseln Sie den Beutel häufiger

Je länger der Stuhl im Beutel verbleibt, desto stärker wird der Geruch aufgrund der anhaltenden Bakterienaktivität. Praktische Hinweise:

  • Auslaufbeutel: Leeren, wenn er zu 1/3 gefüllt ist – nicht mehr
  • Geschlossener Beutel: Alle 24 Stunden oder bei 50 % Füllung wechseln
  • Vor gesellschaftlichen Anlässen: Immer 30 Minuten vorher leeren/wechseln

3. Ernährungsumstellung

Gemäß den Richtlinien der UOAA [4] :

❌ Lebensmittel, die den Geruch verstärken ⚠️ Lebensmittel, die Blähungen verursachen ✅ Lebensmittel, die den Geruch reduzieren
Spargel Bohnen, Kichererbsen, Linsen Joghurt (Probiotika)
Eier, Fisch Kohl, Brokkoli, Blumenkohl Cranberrysaft
Knoblauch, Zwiebeln Kohlensäurehaltige Getränke, Bier Petersilie, Butter
Hartkäse Kaugummi (Luftschlucken) Frischmilch-Käsekuchen
Kaffee (eingeschränkt) Äpfel, Birnen (Fruktose) Zitrone, Kamille

Tipp: Versuchen Sie, zwei Wochen lang ein Ernährungstagebuch zu führen – notieren Sie, was Sie essen und wann der Geruch auftritt. Dies hilft Ihnen, Ihr eigenes Profil zu ermitteln.

4. Probiotika & Joghurt

Probiotika (Lactobacillus, Bifidobacterium) verbessern die Darmflora und reduzieren übelriechende Gärungsnebenprodukte [5] .

  • Naturjoghurt mit lebenden Kulturen – 1-2 Mal täglich
  • Kefir – Alternative mit höherer bakterieller Vielfalt
  • Probiotische Nahrungsergänzungsmittel (mit Arzt besprechen)
  • Fermentierte Lebensmittel: Sauerkraut, Kimchi, Miso (in Maßen)

5. Diskret beige Midi-Bezug (Flexima)

Neben dem Aktivkohlefilter spielt auch die Gestaltung des Beutels eine Rolle. Flexima-Taschen verfügen über:

  • einen diskreten, beigefarbenen Midi-Bezug – unsichtbar unter normaler Kleidung
  • eine weiche Stoffrückseite – atmungsaktiv und schweißhemmend
  • eine mehrlagige Folie – verhindert die Geruchsdiffusion durch den Kunststoff

Diese Details reduzieren die psychische Belastung und stärken das Selbstvertrauen.

6. Deodorant-Tropfen/Tabletten (bei Bedarf)

Bei anhaltenden Beschwerden oder für zusätzliche Sicherheit können Sie Folgendes verwenden:

  • Deodorant-Tropfen: Tropfen nach dem Wechseln in den Beutel geben
  • Deodorant-Tabletten für den Beutel: Tabletten, die sich im Beutel auflösen
  • Lufterfrischerspray für den Beutel im Badezimmer nach dem Leeren

Diese Produkte sind teilweise von EOPYY als Teil der „Produkte zur Behandlung von Hautreizungen“ abgedeckt (Tabelle 11, A/A 2) [6] .

7. Richtige Technik beim Wechseln/Entleeren

  • Entleeren Sie den Beutel in die Toilette mit einer niedrigen Öffnung – nicht von oben (Luft und Geruch zirkulieren)
  • Reinigen Sie den Auslauf des Wasserhahns nach dem Entleeren mit Toilettenpapier oder Feuchttüchern
  • Schließen Sie die Toilette während der Benutzung
  • Verwenden Sie einen Lufterfrischer oder eine Duftkerze im Badezimmer
  • Füllen Sie den Beutel nicht mit Wasser für Spülen – unnötig und erzeugt Feuchtigkeit im Filter, die ihn nutzlos macht

8. Blähungen durch die Ernährung reduzieren

  • Langsam essen mit geschlossenem Mund – weniger Luftschlucken
  • Kaugummi und Süßigkeiten vermeiden (erhöhen die Aerophagie)
  • Keine Limonade oder Bier
  • Keine Zigaretten (Luftschlucken)
  • Simeticon (gegen Blähungen) — Rezeptfreie Medikamente zur Reduzierung von Blähungen. Rücksprache mit einem Apotheker.

🎯 Entscheidungsbaum: Wie man Gerüche heute reduziert

Situation Lösung
Beutel ohne Aktivkohlefilter Sofortiger Wechsel zu Flexima (alle Modelle haben standardmäßig einen Filter)
Beutel mit Filter, aber Geruch Häufigerer Wechsel + Ernährungstagebuch
Beutelaufblähung durch Gase Filter prüfen (ist er feucht?) + Futter umstellen
Plötzlich starker Geruch Leckage? Schimmel? — Hautuntersuchung + Arztbesuch
Soziale Angst vor Körpergeruch Deodorant-Tropfen + zusätzliche Beutelüberzüge + psychologische Unterstützung
Ständige Blähungen Probiotika + Simeticon + Slow Food + Vermeidung von kohlensäurehaltigen Getränken

⚠️ Wenn Körpergeruch ein Anzeichen für ein Problem ist

Normalerweise ist Körpergeruch beherrschbar . In einigen Fällen ist es jedoch ein Anzeichen für ein medizinisches Problem [7] :

  • 🚨 Plötzlicher, sehr starker Geruch + Fieber = mögliche Magen-Darm-Infektion
  • 🚨 „Fettartiger“ Geruch (kein normaler Stuhl) = mögliche bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) oder Clostridium difficile
  • 🚨 Geruch um das Stoma herum (nicht im Beutel) = Stuhlaustritt unter der Basis = siehe Leitfaden zu Stuhlaustritt
  • 🚨 Geruch bei Blut im Stuhl = sofortige Kontaktaufnahme mit einem Arzt

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ℹ️ Über diesen Artikel

Autor: Traumacare Medical Team — exklusive Vertreter von B Braun Avitum Greece

Wissenschaftliche Dokumentation: Vonk-Klaassen SM et al. QoL-Studie 2016, WOCN-Leitlinie für die klinische Praxis, UOAA-Leitfaden für Ernährung und Diät, Technische Spezifikationen von B. Braun Flexima, Amtsblatt B' 5395/09-10-2025

Letzte Aktualisierung: Mai 2026

Hinweis: Bei plötzlicher Geruchsveränderung in Verbindung mit Fieber oder Blut im Stuhl suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Mögliche Infektion oder medizinisches Problem.

📚 Bibliographie / Wissenschaftliche Quellen

  1. Vonk-Klaassen SM et al. Stomabedingte Probleme und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität von Patienten mit kolorektalem Karzinom und Stoma: eine systematische Übersicht . Quality of Life Research , 2016. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Jiang T, Suarez FL, Levitt MD. Gasbildung im Stuhl von Säuglingen . Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition . pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. B. Braun Flexima Active Kolostomiebeutel – Technische Spezifikationen (Aktivkohlefilter) . B. Braun Avitum. catalogs.bbraun.com
  4. UOAA – United Ostomy Associations of America: Ernährungsleitfaden für Menschen mit Stoma . ostomy.org/diet-nutrition
  5. Hill C et al. Konsensuserklärung der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics . Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology . pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Government Gazette B' 5395/09-10-2025 — Tabelle 11, Nr. 2 (Kolostomiematerialien) . National Printing House. eopyy.gov.gr
  7. WOCN Society Clinical Practice Guideline for Management of the Adult Patient with a Fecal or Urinary Ostomy . Wound, Ostomy and Continence Nurses Society. wocn.org
  8. Colwell JC, Pittman J. Ostomy Care and Management . Journal of Wound, Ostomy and Continence Nursing , 2017. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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